Die „Schreibwerkstatt“ der Lebenshilfe Gunzenhausen stellte in der Sparkasse aus

Gunzenhausen – Am Freitag den 24. März 2017 eröffnete die Ausstellung „Das Abenteuer beginnt: Im Kopf! – Texte aus der Schreibwerkstatt“ in der Hauptstelle der Vereinigten Sparkassen in Gunzenhausen.

Die Workshop Teilnehmer 2015

Dokumentiert wurden Arbeiten zweier Workshops unter der Leitung des in Stuttgart lebenden Autors, Schriftstellers und Schreibwerkstattleiters Michael M. Seehoff. In Zusammenarbeit mit Regens Wagner Absberg und der Lebenshilfe Gunzenhausen kamen im vergangenen Jahr Menschen mit und ohne Behinderung zusammen, um mit Hilfe von Schreibtechniken Texte zu erarbeiten und „Kopfkino“ zu erzeugen.

Der Lebenshilfe-Vorsitzende Thomas Thill sagte: „Diese Ausstellung soll einen Beitrag zur Veränderung unserer Gesellschaft leisten und zur Veränderung in unseren Köpfen. Denn wir müssen verstehen: Alle Menschen gehören doch zur Gesellschaft. Alle Menschen können etwas für diese Gesellschaft tun. Alle Menschen haben besondere Fähigkeiten.“

Michael Seehoff räumte ein, dass diese Schreibwerkstatt eine besondere Herausforderung für ihn gewesen sei. Im Gespräch sagte er: „Was diesen Schreibwerkstatt besonders gemacht hat, sind in erster Linie die Teilnehmer, darunter Menschen, die eigentlich keine Affinität zum Schreiben haben, die sich mit dem Schreiben sehr schwer tun. Was mich überrascht hat, ist die Tatsache, dass die Technik seine Gedanken zu clustern, also in eine Art Mind Map zu bringen, auch bei den Menschen mit Behinderung den Schreibfluss angeregt hat.“

Die Technik erklärte Seehoff so: „Der Trick dabei ist, dass wenn Sie den zentralen Begriff haben und anschließend Begriffe zuordnen, die damit assoziiert sind. wenn Sie da nicht weiterkommen, gehen Sie zu dem Ausgangsbegriff zurück und umkreisen diesen mit dem Stift. Diese Bewegung der Hand synchronisiert die beiden Hirnhälften und dann kommen neue Ideen.“

Er habe sich zu Beginn gar nicht wohlgefühlt, erinnert sich Seehoff, „weil ich nicht wusste, wie ich diesen Menschen begegnen sollte“. „Ich komme aus der Großstadt, da werden Menschen mit Behinderung gefühlt viel stärker ausgegrenzt. Ich finde es fantastisch hier. Ich bin absolut begeistert von den Sachen, die Regens Wagner und auch die Lebenshilfe mit diesen Leuten macht. Das Größte war für mich zu sehen, wie jemand der über die herkömmlichen Kanäle mit der Außenwelt nicht so kommuniziert, welche Freude der ausdrücken konnte, das hat mich umgehauen.“

Bis zum 7. April konnten die Besucher der Schalterhalle die auf Bannern aufgebrachten Texte lesen und auch die Autoren und die Arbeitstechniken ein wenig kennenlernen. Für „Hausherr“ Dieter Riehl, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Vereinigten Sparkassen Gunzenhausen, eine ganz normale Sache, schließlich sei eine Schalterhalle per se „ein Ort der Begegnung.“

Quelle und Bilder: Lebenshilfe Gunzenhausen und Regens Wagner

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