Altmühlseefestspiele starten mit zwei Premieren in die Saison

Muhr am SeeMorgen starten die Altmühlseefestspiele in Muhr am See mit der Premiere des Stückes „Verrücktes Blut“ von Nurkan Erpulat und am kommenden Samstag mit der Premiere von „Er ist wieder da“ in ihre 15. Spielzeit auf der Freilichtbühne im Altmühlseeinformationszentrum (AIZ) in Muhr am See.

Bild von den Proben zu „Verrücktes Blut“ (Bild: Altmühlseefestspiele)

Die gefeierte und auch beim Berliner Theatertreffen gezeigte Aufführung von „Verrücktes Blut“ in der Inszenierung von Philipp Jescheck handelt von einer konfliktgeladenen Schulklasse und spielt mit den Klischees, aber auch den Wahrheiten von muslimischen Macho-Jungs und vermeintlich unterwürfigen Kopftuchmädchen; sie spielt zugleich mit Schiller, mit den einst revolutionären deutschen Bildungsidealen und den Absurditäten einer heutigen Leitkultur.

Eine Lehrerin bekommt eines Tages eine einzigartige Chance: Sie versucht ihren disziplinlosen Schülern gerade mit „Die Räuber“ Friedrich Schillers idealistische Vorstellungen vom Menschen nahe zu bringen, als ihr eine Pistole in die Hände fällt, eine echte! Kurz zögert sie, dann nimmt sie ihre Schüler als Geiseln und zwingt sie mit vorgehaltener Waffe auf die Schulbühne zu treten und zu spielen.
Mit dieser Geiselnahme beginnt ein abgründiger Tanz der Genres vom Thriller über die Komödie zum Melodram und die lustvolle Dekonstruktion aller vermeintlich klaren Identitäten.

Das am kommenden Samstag beginnende Stück „Er ist wieder da“ ist eine bitterböse Medien- und Gesellschaftssatire nach dem Bestseller-Roman von Timur Vermes.

Adolf Hitler erwacht 66 Jahre nach seinem vermeintlichen Tod im Berlin 2011. Vom Seitenscheitel bis zur Stiefelsohle im vollen Führerornat, etwas desorientiert noch – doch das ändert sich rasch…

„Er ist wieder da“ ist nicht die erste gelungene Hitler-Satire. Allerdings ist sie eine der Besten, sowie auch die gleichnamige Bühnenadaption von Frank Piotraschke zu den herausragenden Inszenierungen gehört die die Neue Bühne Bruck in den vergangenen Jahren gezeigt hat (Süddeutsche Zeitung)

Wer Timur Vermes Buch gelesen hat weiß, dass es gerade der schmale Grat zwischen Komik und Grauen ist der die Erzählung so fesselnd macht. Lacht man sich in einem Moment noch über den unbeholfenen Ex-Führer in einer fremden Welt tot, bleibt einem bei einer seiner boshaften Propaganda-Reden das Lachen im Halse stecken.

Gerhard Jilkas Hitler ist brillant, als Figur unfreiwillig zum Totlachen komisch und doch schwingt der Fanatismus der die Welt ins Unglück stürzte bei jeder Silbe seiner abgehackten und schaurig an das Original erinnernden Rhetorik mit.

Es sind noch einige Karten für alle Aufführungen an diesem Wochenende über das AIZ in Muhr am See online über www.reservix.de und für ganz kurz entschlossenen an der Abendkasse erhältlich.

Weitere Informationen über Eintrittspreise, Sitzpläne und die Stücke finden Sie auch im Internet unter https://www.muhr-am-see.de/index.php/altmuehlsee-festspiele.

(KH)

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