Austausch zwischen Landrat und Kreishandwerkerschaft Mittelfranken-Süd

Weißenburg – Vertreter der Kreishandwerkerschaft Mittelfranken-Süd waren zum Antrittsbesuch bei Landrat Manuel Westphal. Corona-bedingt hat der Termin mit zeitlichem Abstand zur Landratswahl stattgefunden.

Austausch zwischen Landrat und der Kreishandwerkerschaft Mittelfranken-Süd (v.li.): Kreishandwerksmeister Hermann Grillenberger, stellvertretender Kreishandwerksmeister Klaus Weber, Landrat Manuel Westphal, stellvertretender Innungsobermeister Thomas Lautner, Geschäftsführer Sebastian Dörr.
(Bildnachweis: Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen)

Zu Beginn des Treffens konnten die Handwerksvertreter von einer aktuell insgesamt guten und stabilen Lage im Handwerk berichten. Zwar waren nicht wenige der rund 1.300 Handwerksbetriebe im Landkreis zeitweise schwer durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie getroffen und sind es immer noch, aber ein gewisses Auftragspolster und weiterhin Aufträge aus dem Privatbereich sorgen noch für halbwegs zufriedene Gesichter. Aus dem gewerblichen Bereich aber, zeichne sich bereits eine Abwartehaltung ab. „Mittelfristig werden wir es auch im Privatbereich spüren“, so Kreishandwerksmeister Hermann Grillenberger. Denn wer seit Monaten in Kurzarbeit ist, wird einen Hausbau verschieben oder gar sein lassen.
Sorgen macht den Handwerksvertretern auch der Bereich der öffentlichen Vergaben. Der Bund hat zwar mit Unterstützung Bayerns zugesagt, die Gewerbesteuerausfälle auszugleichen, dennoch befürchtet man eine Zurückhaltung bei den Auftragsvergaben, erste Anzeichen dafür sind bereits zu erkennen.

Aus diesem Grund forderte Grillenberger, auch bei sinkenden Steuereinnahmen, die Investitionstätigkeit nicht gravierend einzuschränken. Er ermunterte weiterhin zur Vergabe an Handwerksbetriebe und Planer aus der Region, um vor Ort Arbeitsplätze zu sichern und die Wertschöpfung vor Ort zu halten. Landrat Manuel Westphal versteht die Sorgen der Handwerker, gibt aber auch zu beachten, dass der Landkreis seine Ausgaben entsprechend der zu erwartenden Steuereinnahmen zu regeln habe. Er rechne zwar bisher nicht mit gravierenden Einschränkungen im Investitionsbereich, doch werde es wohl schon eine gewisse Priorisierung von Projekten geben.

Beim Thema Beschulung der Metzger konnte Geschäftsführer Sebastian Dörr von einer guten Entwicklung berichten, denn die Beschulung für dieses Jahr in Weißenburg ist aufgrund guter Lehrlingszahlen im Fleischerhandwerk gesichert. Fachkräftemangel, nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ, sei aber weiterhin ein Problem, waren sich der stellvertretende Kreishandwerksmeister Klaus Weber und der stellvertretende Innungsobermeister Thomas Lautner einig.

Ein großes Anliegen der Handwerker ist die faire Ausübung ihrer jeweiligen Berufe. Auf Grund des Facharbeitermangels ist man in verschiedenen Bereichen auf osteuropäische Arbeitskräfte angewiesen. Der Fleiß und die Leistungsbereitschaft der Arbeitskräfte nötigen den Meistern größten Respekt ab, so der Kreishandwerksmeister. Trotz ihrer fehlenden dualen Ausbildung (weltweit nur in deutschsprachigen Ländern) erzielen sie beachtliche handwerkliche Arbeitsergebnisse. Leider werden nicht selten ihre Fähigkeiten von skrupellosen Auftraggebern bzw. Subunternehmern schamlos ausgenutzt. Die staatlichen Kontrollbehörden (Zoll, Gewerbeaufsichtsamt, Berufsgenossenschaften) kommen ihren Kontrollaufsichten leider nicht vollumfänglich nach, monierte der Kreishandwerksmeister. Daher der Wunsch der Handwerksvertreter, gerade in Corona-Zeiten die Unterkünfte der Montagearbeiter verstärkt zu kontrollieren um ihnen eine würdige Aufenthaltsmöglichkeit zu gewähren. „Auch mir ist es ein großes Anliegen, dass ausländische Arbeitskräfte, die in unserer Region arbeiten, ihren Beruf fair ausüben können. Soweit es in unseren Zuständigkeitsbereich fällt, werden wir solchen schwarzen Schafen, wie von Herrn Grillenberger angesprochen, auch nachgehen.“

Was die Nachwuchsgewinnung betrifft, musste der Landrat von einer diesjährigen Absage der Berufsausbildungsmesse Altmühlfranken (BAM) berichten. Im nächsten Jahr kann diese hoffentlich wieder wie gewohnt stattfinden.
Der Landrat seinerseits berichtete auch von seinen ersten Monaten im Amt: „Gemeinsam mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern habe ich einige Arbeitsabläufe unter die Lupe genommen und wir konnten gemeinsam Abläufe verschlanken und effizienter gestalten.“

Alle Anwesenden waren abschließend froh über den offenen und gewinnbringenden Austausch. Auch in Zukunft soll die Zusammenarbeit in den angesprochenen Bereichen fortgeführt und auch noch ausgebaut werden.

Quelle und Bilder: Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen – Claudia Wagner

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