Der SPD-Stadtrat Paul Pfeifer äußert sich zur vorgezogenen Corona Impfung von Bürgermeister Karl-Heinz Fitz

Gunzenhausen – Warum wurde unser Bürgermeister Karl-Heinz Fitz geimpft? Gehört er zur ersten Priorität beim Impfen? Stimmt es, dass die Impfdosen weggeschmissen worden wären, wenn er nicht gekommen wäre? Ist das alles nach geltendem Recht?


Ich glaube nicht, dass diese Fragen, der springende Punkt sind. Ich denke, es geht um Moral und Ethik eines Amtsträgers. Es geht um das Verantwortungsbewusstsein eines Bürgermeisters, der die Folgen seines Handels überblicken kann.

Eine gemeinsame Arbeitsgruppe aus Mitgliedern der Ständigen Impfkommission, des deutschen Ethikrates und der nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina haben ein Papier entwickelt um die Impfungen ethisch und verfassungsrechtlich, sowie fair und gerecht, abzuwickeln. Wissenschaftler und Experten haben sich umfangreich mit dem Thema auseinandergesetzt, damit eben keine Streitigkeiten oder Neid-Attacken entstehen.

Wenn nun Amtsträger diese Reihenfolge übergehen, wird Vertrauen verspielt. Vertrauen in den Staat, aber auch das Vertrauen in die Politik selbst. Es entsteht das Bild einer Zwei-Klassen-Gesellschaft, in der Personen mit Kontakten priorisiert behandelt werden. Auch das immerwährende Gefühl, dass die Eliten dieses Landes ihren eigenen Interessen näher als den Interessen des Volkes sind, wird durch solche Vorgänge verstärkt.

Was wir brauchen ist Ehrlichkeit gepaart mit Offenheit von den Verantwortlichen in unserem Land und unserer Stadt. Transparenz fordern übrigens auch die Wissenschaftler aus der Empfehlung der Priorisierung. Sie schreiben auf Seite 5: „Transparenz ist für die Aufrechterhaltung des öffentlichen Vertrauens unerlässlich. Sie ermöglicht es der breiten Öffentlichkeit, den Prozess der Informationsbeschaffung sowie die Risikobewertung und die Entscheidungsprozesse hinsichtlich einer COVID19-Impfung zu verstehen.“

Das bedeutet, wer sich an die Reihenfolge hält unterstützt das Vertrauen in den Impfprozess. So können wir schnell und effektiv viele Menschen impfen, und gleichzeitig Menschenleben retten.
By the way: Wer schnell Impflinge braucht, weil was übrig ist, der alarmiert die Feuerwehr, fährt ins nächste Krankenhaus oder ruft den Rettungsdienst an. Genau dort, findet man viele Menschen, die für uns alle jeden Tag den Kopf hinhalten und an der Front gegen das Virus kämpfen!

Quelle: Paul Pfeifer SPD-Stadtrat – Gunzenhausen

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