Gunzenhausen – Eigentlich ist die Teilung Deutschland seit 1990 Geschichte. Doch Klischees und Rollenbilder, die den Frauen aus dem Osten beziehungsweise aus dem Westen zugeschrieben worden sind, wirken fort. Die Ausstellung „Frauen im geteilten Deutschland“ richtet den Blick auf die Lebenswelten von Frauen der DDR und der BRD in den 1970er- und 1980er-Jahren. War die „Mutti“ im Westen wirklich das „Heimchen am Herd“, während die als „Rabenmütter“ betitelten Ost-Frauen souverän im Berufsleben standen? Voneinander abweichende Rollenvorstellungen, andere Ansichten übers Heiraten und „Frauenpower“ werden thematisiert. Zu sehen ist die mit historischen Fotografien und Grafiken aufbereitete Plakatausstellung der Volkshochschule Gunzenhausen vom Dienstag, 24. März 2026, bis zum Samstag, 2. Mai 2026, in der Stadt- und Schulbücherei Gunzenhausen zu den gewohnten Öffnungszeiten.
Kuratiert hat die Ausstellung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur die Kulturwissenschaftlerin Clara Marz. Auf 21Plakaten geht es um die unterschiedlichen Erfahrungen von Frauen aus Ost und West während der über vier Jahrzehnte der Deutschen Teilung. Bereits die Nachkriegszeit wurde sehr unterschiedlich erlebt. Später gab es in Ost- und Westdeutschland voneinander abweichende Normen und Moralvorstellungen, nach denen sich Frauen richteten – oder gegen die sie aufbegehrten.
Anliegen des Ausstellungsprojekts ist es, die deutsch-deutsche Lebenswirklichkeit von Frauen mit den Gemeinsamkeiten und Unterschieden aufzuzeigen. Die Frage, was verbindet, was trennt und welche Frauenbilder aus Ost und West auch in der Töchter- und Enkelinnen-Generation präsent sind, können vor diesem Hintergrund neu durchdacht werden.
Ergänzt wird die Ausstellung durch ein Vortragsangebot der vhs Gunzenhausen am 14. April 2026, um 19 Uhr in den Räumen der Stadt- und Schulbücherei Gunzenhausen: „Wessi Frauen arbeiten nicht – zum Selbstbild der Frauen in der DDR“. Jaqueline Kühne-Hellmessen wird bei ihrem Vortrag zur Zeitgeschichte viele Details aus dem Alltagsleben in der DDR zur Sprache bringen und sich mit der damaligen Stellung der Frauen in Familie und Gesellschaft beschäftigen.
Zur Information: Für den Vortrag „Wessi-Frauen arbeiten nicht – zum Selbstbild der Frauen in der DDR“ ist eine Anmeldung bei der vhs-Gunzenhausen erforderlich. Kosten 11.- Euro, Anmeldung unter www.vhs-gunzenhausen.de
Die Ausstellung „Frauen im geteilten Deutschland“ in den Räumen der Stadt- und Schulbücherei Gunzenhausen, Luitpoldstraße 13, ist bis 2. Mai 2026 zu den Öffnungszeiten der Bücherei zu sehen: Dienstag, Donnerstag und Freitag von 11 bis 18 Uhr, Mittwoch von 11 bis 20 Uhr und Samstag von 10 bis 13 Uhr.
Quelle: Stadt Gunzenhausen – Manuel Grosser
Artikelbild: Bundesstiftung Aufarbeitung
