Jahreshauptversammlung des Evangelischen Dorfhelferinnen- und Betriebshelferdienstes am Hesselberg

Hesselberg – Zu einer Jahresversammlung lud Hans-Georg Müller, Referent für den Evangelischen Dorfhelferinnen- und Betriebshelferdienstes in Bayern, Geschäftsführer*innen, Einsatzleiter*innen und Vorsitzende der Ausschüsse und Stationen des Evangelischen Dorfhelferinnen- und Betriebshelferdienstes am 21.07.25 in das Evang. Bildungszentrum Hesselberg (= EBZ Hesselberg) ein. Neben dem Austausch untereinander war MdB Artur Auernhammer als Referent für inhaltliche Impulse eingeladen.

Er werde sich dafür einsetzen, dass der „Ländliche Raum“ neben dem Begriff
„Heimat“ eine möglichst große Rolle in der Politik spiele, so Arthur Auernhammer.
(Foto: C. Marx)

Nach einer Begrüßung unterstrich Pfarrer Christoph Seyler, Leiter des EBZ Hesselberg, in einem geistlichen Wort, dass Gottvertrauen ein Schlüssel für das eigene Verhalten sei, auch in unsicheren Zeiten. Durch Gnade werden wir gerettet – das empfinde er als Entlastung, so der Theologe. Seyler informierte über die Veränderungen, die hinter dem EBZ Hesselberg liegen. So werde die Zusammenarbeit der beiden Partnerhäuser, dem EBZ Hesselberg und dem EBZ Pappenheim, immer intensiver.

Florian Hierl, Vorsitzender des Kuratoriums Bayerischer Maschinen- und Betriebshilfsringe, bezeichnete in seinem Grußwort die Betriebshilfe als „die helfende Hand bei Frauen und Männern in den landwirtschaftlichen Familien“. Diese gelte es auch auf dem Weg in die Zukunft zu behalten und zu stärken.

Artur Auernhammer ist nicht nur Landwirt – er erzählte, dass er selbst als Betriebshelfer gearbeitet habe und so die Tätigkeit kenne. Er wisse, dass man heute im Rahmen der Betriebshilfe in den Einsatzbetrieben mit Themen wie Burnout oder Suizid konfrontiert werde. Betriebshelferinnen und Betriebshelfer seien daher soziale Kräfte, deren Bedeutung man nicht hoch genug einschätzen könne, so der Politiker. Auernhammer stellte klar, dass die Unzufriedenheit in unserem Land dazu führe, dass Koalitionen immer schwieriger würden. Das Wahlergebnis der Bundestagswahl 2025 stelle einen riesigen Auftrag dar, weil die Ränder sehr gestärkt worden seien. Als Verhandlungsführer bei der Koalition in den Bereichen Umwelt, Landwirtschaft und Ländlicher Raum sei es ihm
daher besonders wichtig gewesen, gut inhaltlich, aber auch vertrauensvoll zusammenzuarbeiten.

Die Menschen brauchen Lösungen und Planungssicherheit, so der Bundestagsabgeordnete. Und: „Wir brauchen einen Befreiungsschlag in der Bürokratie“, gab sich Arthur Auernhammer überzeugt. Er betonte, dass wir vor großen Herausforderungen in der Sicherheitspolitik stehen und uns als Deutschland gegen militärische Konflikte wappnen müssen. Er selbst sei für ein verpflichtendes Jahr für junge Menschen, Männer wie Frauen. Das könne aber auch bei Feuerwehren, in Krankenhäusern oder eben auch in sozialen Diensten wie der Betriebshilfe geleistet werden.

Auernhammer sei überzeugt, dass wir eine Diskussion über solche Einsatzmöglichkeiten in den nächsten Jahren in der Gesellschaft führen müssen. Zudem bräuchten wir mehr Praxisnähe und müssten die Menschen bei den Überlegungen mitnehmen. Denn: Wir brauchen mehr Vertrauen in die Politik, so der Landwirtschaftsmeister aus Weißenburg. Er werde sich dafür einsetzen, dass der „Ländliche Raum“ neben dem Begriff „Heimat“ eine möglichst große Rolle in der Politik spiele.

Es entwickelte sich eine rege Diskussion, in der man merkte, dass Fachleute miteinander ins Gespräch kamen. So war von Großhandelspreisen für Orangensaft ebenso die Rede wie vom Mercosur-Abkommen oder der Entkopplung der Landwirte von der Gesellschaft. Einig war man sich, dass es eine regionale Versorgung bei den Lebensmitteln brauche und die Politik dafür entsprechende Rahmenbedingungen ermöglichen müsse. Auernhammer gab zu, dass die Zahl der Agrarier im Bundestag recht überschaubar sei. Zudem unterscheiden sich die Strukturen in der Landwirtschaft in Süd-, Ost- und Norddeutschland. Die Betriebshilfe sei nur in Süddeutschland ein Thema. Es gehe daher für ihn darum für eine finanzielle Ausgestaltung im Bereich Betriebshilfe zu werben. Denn: wenn wir hier im Süden Deutschlands die hauptberuflichen Betriebshelfer*innen nicht haben, sehen wir alt aus, so Auernhammer. Er machte Mut: wir müssen Emotionen ansprechen und dazu auch die sozialen Netzwerke nutzen.

Hans-Georg Müller informierte anschließend über die Situation der Hesselberger Dorf- und Betriebshilfe. Müller gab ein klares Ziel aus – es bräuchte 50 Mitarbeitende in diesem Bereich, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Er hoffe, es gelinge gemeinsam mit den Anwesenden, hier allen voran den Vertreter*innen der Maschinen- und Betriebshilfsringe, die fünf offenen Stellen zu besetzen. Wer daher in dem Bereich Dorf- bzw. Betriebshilfe in Zukunft tätig sein möchte, möge sich bei Hans-Georg Müller (Tel: 09854 100; Mail: hg-mueller@ebz-hesselberg.de) melden. Derzeit gesucht werden Einsatzkräfte für die Landkreise Fürth, Roth, Erlangen-Höchstadt, Nürnberger Land sowie den Landkreis Donau-Ries.

Quelle und Bilder: Evang. Bildungszentrum Hesselberg – Dr. Christine MArx

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