Junge Agrarprofis aus aller Welt erleben Deutschland

Triesdorf – Wie sieht moderne Landwirtschaft in Deutschland aus? Welche Chancen bietet nachhaltiges Wirtschaften im internationalen Vergleich? Antworten darauf erhielten zwölf junge Fachkräfte aus acht Ländern bei der Internationalen Fortbildungswoche der Schorlemer Stiftung Berlin, die im landwirtschaftlichen Bildungszentrum Triesdorf stattfand. Teilnehmende aus Honduras, Indien, Mexiko, Nicaragua, der Schweiz, Spanien, Tansania und Uganda tauchten eine Woche lang tief in die deutsche Agrarwelt ein – mit einem Programm voller Praxis, Wissenstransfer und interkulturellem Austausch.

Führung der Gruppe am MGZ, rechts im Bild Alissa Strutwolf (Schorlemer Stiftung)
(Foto: Nadja Burger (LLA))

Nach einer offiziellen Begrüßung folgten Führungen durch den Bildungsstandort Triesdorf und die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf sowie Präsentationen der Teilnehmenden über ihre Heimatländer.

Praxis trifft Leidenschaft: Landwirtschaft zum Anfassen

Im Laufe der Woche erhielt die Gruppe bei den Landwirtschaftlichen Lehranstalten (LLA) praxisnahe Einblicke in moderne Energie- und Landtechnik, den Pflanzenbau und das Versuchswesen sowie in tiergerechte Haltungssysteme der Rinder- und Schafhaltung. Dabei wurden neueste Technologien vorgestellt und detailliertes Fachwissen vermittelt.

An den Exkursionstagen ging es zu Betrieben, die Innovation und Tradition verbinden. Besonders eindrucksvoll: der Besuch bei Möck Milch in Oberdachstetten, dem Müßighof der Regens Wagner Stiftung und dem Werzingerhof in Spalt. Hier erlebten die jungen Landwirtinnen und Landwirte hautnah, wie Ackerbau, Tierhaltung und Direktvermarktung in Deutschland funktionieren.

Auch der Hopfenanbau im Museum Hopfen Bier Gut Spalt sowie der Obst- und Gemüsebau im Schau- und Versuchsgarten Stutel inThüngersheim gaben faszinierende Einblicke in regionale Spezialitäten und nachhaltige und innovative Anbaumethoden. Ein Ausflug nach Würzburg und gemeinsames Flammkuchenbacken in der Lehrküche der Landwirtschaftlichen Lehranstalten (LLA) sorgten für kulturelle und kulinarische Höhepunkte.

Eine Erfahrung für‘s Leben

„Die Seminarwoche war voller Spaß und neuer Erkenntnisse – nicht nur wegen des erworbenen Wissens, das ich am Bildungscampus Triesdorf und auf den Exkursionen gesammelt habe, sondern auch wegen der kulturellen Vielfalt in unserer Gruppe“, berichtet Pablo Ortiz aus Mexiko begeistert. „Ich bin mir sicher, dass dies eine hervorragende Gelegenheit für alle ist, die Erfahrungen in der Deutschen Landwirtschaft und im interkulturellen Austausch suchen“, resümiert der Teilnehmer.

Vernetzt über Grenzen hinweg

Das Internationale Praktikantenseminar wird jährlich gemeinsam mit den Lehranstalten Triesdorf (LLA) organisiert. Eingeladen zu dem Seminar sind alle internationalen Praktikantinnen und Praktikanten, die während ihres Aufenthalts in Deutschland auf landwirtschaftlichen Betrieben ein Praktikum absolvieren.

Neben der Vermittlung von internationalem Fachpersonal auf deutsche Betriebe unterstützt die Schorlemer Stiftung auch deutsche Fachkräfte aus den Grünen Berufen bei der Organisation von Auslandspraktika – etwa in Kanada, Australien oder Island.

Finanziell gefördert wird das Seminar durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Heimat (BMLEH).

Quelle: Nadja Burger (LLA) und Alissa Strutwolf (Schorlemer Stiftung)

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