Mehr Sicherheit für die Kleinsten

Weißenburg – Die Geburtshilfestation des Klinikums Altmühlfranken in Weißenburg ist seit Juli 2026 Teil des bayerischen Tele-Neugeborenen-Notarztdienstes (TeleNNAD). Damit können Neugeborene bei medizinischen Auffälligkeiten rund um die Uhr und an sieben Tagen in der Woche zusätzlich zum erfahrenen Team vor Ort telemedizinisch von einem erfahrenen Pädiater oder Neonatologen eingeschätzt werden.

Der Ärztliche Direktor des Klinikums Altmühlfranken, Dr. Christian Maune, freut sich zusammen mit Gynäkologin Katja Anuschek und Oberärztin Dr. univ. Violeta Stasiuc, dass nun innerhalb kürzester Zeit mittels der Telemedizin die neonatologische Expertise aus dem Südklinikum Nürnberg nach Weißenburg geholt werden kann.

Das Angebot ergänzt die bewährte Versorgung durch Ärzte, Hebammen sowie Pflegefachkräfte am Klinikum Altmühlfranken. Bei Bedarf kann innerhalb kürzester Zeit eine spezialisierte neonatologische Expertise aus dem Südklinikum Nürnberg zugeschaltet werden. Über eine sichere telemedizinische Verbindung können die Fachärzte die Situation gemeinsam mit dem Team vor Ort beurteilen, Befunde besprechen und Empfehlungen für das weitere Vorgehen geben.

„Die Aufnahme in den Tele-Neugeborenen-Notarztdienst ist ein wichtiger zusätzlicher Schritt für die Sicherheit unserer jüngsten Patientinnen und Patienten“, meint Dr. Christian Maune, Ärztlicher Direktor des Klinikums Altmühlfranken. „Die medizinische Versorgung von Neugeborenen mit beeinträchtigten Vitalwerten erfordert besondere Erfahrung und eine speziell auf dieses Alter abgestimmte Expertise. Mit dem TeleNNAD können wir diese Kompetenz im Bedarfsfall innerhalb weniger Minuten zusätzlich einholen.“

Zusätzliche Expertise – rund um die Uhr verfügbar

Gerade in seltenen oder plötzlich auftretenden Notfallsituationen kann die unmittelbare Unterstützung durch einen erfahrenen Pädiater oder Neonatologen entscheidend sein. Für Kinder bedeutet die telemedizinische Mitbeurteilung eine noch größere diagnostische und therapeutische Sicherheit. Eltern profitieren davon, dass ihr Kind auch in einer belastenden Situation gemeinsam von mehreren spezialisierten Fachkräften eingeschätzt wird und notwendige Entscheidungen schnell und fundiert getroffen werden können.

„Für Eltern ist es beruhigend zu wissen, dass neben unserem erfahrenen Team vor Ort jederzeit eine weitere hochspezialisierte Einschätzung möglich ist“, erklärt Dr. Maune. „Die Telemedizin ersetzt nicht die persönliche Betreuung durch unsere Ärztinnen und Ärzte, Hebammen und Pflegekräfte. Sie erweitert vielmehr unsere Möglichkeiten und schafft eine zusätzliche Sicherheitsebene“, so der erfahrene Mediziner weiter.

Auch das Team der Geburtshilfe erlebt die Unterstützung positiv. Die Möglichkeit, sich bei besonderen Fragestellungen direkt mit erfahrenen Kolleginnen und Kollegen aus der Neonatologie auszutauschen, stärkt die Handlungssicherheit und trägt dazu bei, dass sich die Mitarbeitenden in kritischen Situationen noch sicherer fühlen.

Regelmäßige Schulungen und abgestimmte Ausstattung

Ein weiterer Bestandteil des TeleNNAD ist die regelmäßige Fortbildung der teilnehmenden Teams. Ärztinnen und Ärzte, Hebammen und Pflegekräfte der Geburtshilfe des Klinikums Altmühlfranken werden monatlich von besonders erfahrenen Fachkräften aus den spezialisierten Zentren geschult. Dabei werden medizinische Abläufe, Notfallsituationen und die Zusammenarbeit über die telemedizinische Verbindung praxisnah trainiert.
Zudem können die schulenden Kolleginnen und Kollegen die am Klinikum Altmühlfranken vorhandene Ausstattung und das medizinische Material einsehen. So lässt sich überprüfen, ob bestimmte Materialien im Notfall verfügbar und sinnvoll einsetzbar sind. Bei Bedarf kann die Ausstattung vor Ort an die Anforderungen und Standards der telemedizinisch beratenden Klinik – im Falle des Klinikums Altmühlfranken das Südklinikum Nürnberg – angeglichen werden.

„Auch die regelmäßigen Schulungen und der gemeinsame Blick auf die vorhandenen Materialien sind für uns sehr wertvoll“, betont Dr. Maune. „Sie verbessern nicht nur die Abläufe, sondern sorgen auch dafür, dass die Zusammenarbeit im Ernstfall reibungslos funktioniert. Das positive Feedback von Eltern und Mitarbeitenden zeigt uns, dass dieses Angebot einen echten Mehrwert schafft.“

Teil der virtuellen Kinderklinik Bayern

Der Tele-Neugeborenen-Notarztdienst ist Teil der „virtuellen Kinderklinik“ Bayerns. Diese wurde 2024 eingerichtet, um unter anderem mithilfe eines Belegungsmanagements freie Kapazitäten in der Kinder- und Jugendmedizin besser zu erfassen und die Versorgung innerhalb Bayerns zu koordinieren.

Der Aufbau des TeleNNAD begann im Oktober 2025 und wurde durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit sowie Sternstunden e.V. gefördert. Zum 1. Oktober 2025 wurde die virtuelle Kinderklinik um den Fachbereich Neonatologie erweitert – also um die medizinische Versorgung und Vorsorge von Neugeborenen.
An der Kinderklinik Passau wurde ein zentrales Koordinierungszentrum für telemedizinische Angebote für Neugeborene eingerichtet. Ziel des Netzwerks ist es, bei geburtshilflichen Notfällen unverzüglich erfahrene Neonatologinnen und Neonatologen zuzuschalten und dadurch schwerwiegende Komplikationen, Todesfälle und bleibende Schäden bei Neugeborenen möglichst zu vermeiden. Bayernweit beteiligen sich neun regionale Versorgungszentren als hochspezialisierte Zentren für Neugeborenenmedizin sowie mehr als 21 Geburtskliniken an dem Netzwerk.

Mit der Teilnahme am Tele-Neugeborenen-Notarztdienst stärkt das Klinikum Altmühlfranken die medizinische Versorgung von Neugeborenen in der Region und verbindet die persönliche Betreuung vor Ort mit der spezialisierten Expertise eines überregionalen neonatologischen Netzwerks.

Quelle und Bild: Klinikum Altmühlfranken – Johanna Müller

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