Muhr am See – Nach dem gelungenen Festspielauftakt mit einer Mischung aus Kunstvernissage und Rockmusik starten die Altmühlsee-Festspiele in ihre diesjährige Theatersaison mit dem Stück „Ziemlich beste Freunde“ nach dem gleichnamigen Film von Olivier Nakache und Éric Toledano. Intendant Harald Molocher war nach langer Zeit wieder in einer Hauptrolle zu sehen. Klaudia Schmidt hat diesen Filmerfolg für die Muhrer Freilichtbühne neu inszeniert und präsentierte ihn dem Muhrer Theaterpublikum.

Bürgermeister Stephan Hoyer begrüßte die über 130 Premierengäste im Saal des AIZ, da wegen der regnerischen und kühlen Witterung eine Aufführung im Freien leider nicht möglich war, und wünschte allen einen wunderschönen Abend.
Ziemlich beste Freunde ist eine Geschichte die berührt, zum Lachen bringt und mitten ins Herz trifft.
Im Zentrum stehen Philippe (gespielt von Harald Molocher), wohlhabend und nach einem Unfall querschnittsgelähmt, und Driss, ein junger Mann mit Ecken, Kanten und einer großen Portion Lebenslust (gespielt von Younes Tissinte). Zwei Menschen aus völlig unterschiedlichen Welten, die sich zufällig begegnen – und deren Zusammenprall zu einer der außergewöhnlichsten Freundschaften unserer Zeit wird. Was zunächst nach Chaos aussieht, entwickelt sich zu Vertrauen, Nähe und einem neuen Blick auf das Leben.
Mit viel Humor, Wärme und ehrlicher Emotion zeigt das Stück wie befreiend es sein kann sich aufeinander einzulassen, Grenzen zu überwinden und das Leben wieder in vollen Zügen zu genießen. Leise Momente wechseln sich mit herzhaftem Lachen ab – getragen von der besonderen Atmosphäre eines Theaterabends bei den Altmühlsee-Festspielen.
Ziemlich beste Freunde ist ein Theatererlebnis das man gemeinsam erlebt und mit nach Hause nimmt: lebensnah, inspirierend und voller Menschlichkeit.
Die Premierenbesucher zeigten sich von Anfang an gefangen in der Handlung und der Bühnenpräsenz von Harald Molocher, der während der gesamten Aufführung im Rollstuhl als querschnittsgelähmter Philippe auf der Bühne zu sehen war. Regisseurin Klaudia Schmidt schaffte es auch, dass die gesamte Aufführung nie langatmig wirkte und das Publikum immer bereits auf die nächste Szene gespannt wartete.
Younes Tissinte, der dem Theaterpublikum bereits aus verschiedenen Rollen in TV-Krimiserien bekannt war, glänzte in der Rolle des jungen unbekümmerten Driss, der erst nur eine Bestätigung für das Arbeitsamt benötigte und dann als Pfleger zu einem engen Freund und Vertrauten des gelähmten Mannes wurde. Malte Buhr, Tina Münch und Sarah Schuchardt zeigten in ihren Rollen eindrucksvoll das direkte Umfeld des gelähmten Mannes mit all seinen Vorurteilen gegenüber Personen, die nicht ihrem Lebensmuster entsprechen, auf. Dabei wurde auch deutlich, dass behinderte Menschen kein Mitleid und geheuchelte Fürsorge, sonder vielmehr einen respektvollen menschlichen Umgang und Betreuung auf Augenhöhe wünschen. Sie möchten nicht als Pflegefall, sondern als gleichberechtigte Person angesehen werden die eben aufgrund ihrer körperlichen Einschränkungen einige Hilfen benötigt.
Das gesamte Ensemble zeigte bei der Premiere ihre emotionale Verbundenheit zu der Thematik des Stückes und ihre Freude am Theaterspielen in dem besonderen Ambiente der Muhrer Festspiele. Zum Ende des Stückes bestätigten dies auch die Premierenbesucher mit einem sehr lang anhaltenden Applaus.
Die Premierenbesucher hatten ein Theatererlebnis das man gemeinsam erlebt und mit nach Hause nimmt: lebensnah, inspirierend und voller Menschlichkeit. Sie gingen mit dem Gefühl eines kulturell hochwertigen und unterhaltsamen Abends nach Hause und genossen zum Abschluss zusammen mit den Schauspielern noch die angebotenen Snacks und Getränke des Freundeskreises der Altmühlsee-Festspiele.
Die Bilder der Premiere finden Sie auf unserer Facebookseite altmühlfranken.online.
(KH)
