Muhr am See – In der monatlichen Gemeinderatssitzung im Juni stellte Bürgermeister Stephan Hoyer dem Gemeinderat das neue Elektrofahrzeug des Bauhofs vor. Der Mehrzwecktransporter hat eine Ladefläche die auf drei Seiten abgekippt werden kann und einen Wassertank zur Bewässerung der Grünflächen in der Gemeinde.

Im Anschluss daran beschäftigte sich der Gemeinderat mit vier Bauanträge. Nach kurzer Diskussion erteilten sie dem Einbau eines Balkons als Wintergarten und einer Schleppergaube in der Bahnhofstraße und dem Anbau eines kalten Wintergartens an ein bestehendes Wohnhaus in der Hauptstraße einstimmig das gemeindliche Einvernehmen.
Bei der Entscheidung über die Genehmigung der beantragten Befreiungen von den Festsetzungen des vorhabenbezogenen Bebauungsplans für ein Mehrfamilienhaus mit 5 Wohneinheiten und ein Mehrfamilienhaus mit 6 Wohneinheiten in der Bahnhofstraße gegenüber des Bahnhofs gab es eine längere Diskussion. Der Bauträger beantragte für beide Wohnhäuser eine Erhöhung der bebaubaren Grundfläche und der Geschossflächenzahl. Obwohl sich einige Gemeinderäte für die beantragte Genehmigung aussprachen wollte die Mehrheit des Gemeinderats an der vorliegenden Festsetzung im Bebauungsplan festhalten. Es sind im vorhabenbezogenen Bebauungsplan eine bebaubare Grundfläche von 40 % und eine Geschossflächenzahl von 0,7 vorgesehen. Im positiv beschiedenen Vorbescheid des Landratsamtes wurde durch den Bauträger keine Befreiungen beantragt. Dem Antrag wurde mit den vorliegenden Befreiungen das gemeindliche Einvernehmen des Gemeinderats mit 11:4 Stimmen nicht erteilt.
Die Gemeindestraße im Gewerbegebiet von der Unterführung bis zur zweiten Abzweigung wurde einstimmig unter dem Namen „Gewerbepark West“ dem öffentlichen Verkehr gewidmet.
Die Anschaffung eines notwendigen Notstromaggregats, dass durch die örtliche Feuerwehr betrieben wird, zum Preis von knapp 62.500 Euro wurde durch das Gremium einstimmig genehmigt. Die Anschaffung wurde aufgrund der sich immer verschärfenden Sicherheitslage im Rahmen der zivilen Verteidigungsaufgaben der Gemeinde notwendig, um die Stromversorgung für das neue Feuerwehrhaus als zentralen Versorgungspunkt der Gemeinde im Katastrophenfall autark zu sichern. Das Aggregat ist mobil auf einem Anhänger installiert und kann daher auch an anderen Stellen in der Gemeinde eingesetzt werden. Zusätzlich ist das Fahrzeug auch noch mit einer manuellen Lichtgiraffe ausgestattet.
Bürgermeister Stephan Hoyer informierte den Gemeinderat über den aktuellen Sachstand der begonnenen kommunalen Wärmeplanung. Die Gemeinde wurde durch den Freistaat Bayern verpflichtet bis Mitte des Jahres 2028 ein kommunales Wärmekonzept für die Gemeinde zu erstellen. Bei dieser Aufgabe wird sie durch die Lehranstalt in Triesdorf aktiv unterstützt. Bei der grundsätzlichen Planung eines kommunalen Nahwärmenetzes geht es hauptsächlich um die Fragen welche Bürger sich an einem derartigen Netz beteiligen würden und welche Energiequellen die Grundlage dieses Netzwerks bilden können. Für den weiteren Fortgang der Planungen hat die Lehranstalt den Gemeinderat zu einer Informationsveranstaltung nach Triesdorf eingeladen. Bürgermeister Hoyer wird dafür den 28. September vorschlagen und als Alternativtermin den 30. September der Lehranstalt anbieten. Die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Muhr am See werden dann in einer weiteren Informationsveranstaltung über die Planungen und die Gestaltungsmöglichkeiten informiert. Der Termin dafür wird zeitnah bekannt gegeben werden.
Durch die Organisation „Stark mit Herz“ aus Herrieden wird die Bedarfsanerkennung eines weiteren Kita-Trägers in Muhr am See beantragt. Die Organisation kommt aus der Schulbetreuung heraus und möchte eine Kita im Gebäude „Am Weinberg 13“ erstellen. Für die weitere Planung und Bearbeitung dieses Vorhabens durch Investoren und die staatlichen Genehmigungsbehörden muss der Bedarf durch die Gemeinde beantragt werden. In einer intensiven Diskussion betonte der Gemeinderat die sehr gute Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirchengemeinde bei der Kinderbetretung in Muhr und betonte, dass kein Konkurrenzangebot dieses gute Miteinander trüben darf. Die Bedarfsanerkennung wäre dafür ein falsches Signal betonte Sebastian Segmüller. Weiterhin erscheint der geplante Standort vielen Mitgliedern des Gremiums als nicht geeignet, da durch den zu erwartenden Autoverkehr bei der Anfahrt und Abholung der Kinder mit Beschwerden durch die Nachbarschaft zu rechnen ist und es sich um eine reine Stichstraße handelt. Die Organisation benötigt für die Durchführung ihrer Planung einen Investor, der das Gebäude von der Sparkasse als beauftragten Immobilienmakler zum Preis von rund 650.000 Euro kauft und an die Organisation vermietet. Mathias Loy möchte den jungen Menschen der Organisation dagegen die Chance als Entwicklungsmöglichkeiten nicht von Anfang an verbauen. Da das Landratsamt einen erhöhten Bedarf für die Grundschule und den Hort bereits anerkannt hat und die Gemeinde durch die Bedarfsanerkennung keinerlei rechtliche und finanzielle Verpflichtungen eingeht, wobei eine endgültige Entscheidung durch die Gemeinde für oder gegen einen neuen Träger erst bei der Vorlage einer genauen Planung und Finanzierung erfolgen wird, erkannte der Gemeinderat mit 12:3 Stimmen den Bedarf an.
Die Sperrung der Altmühlbrücke wird nach derzeitigen Planungsstand am 3. Juli wieder aufgehoben werden.
Willy Weißel bietet am 21. Juni für die Muhrer Bürgerinnen und Bürger eine Führung durch Muhr an. Dazu lud er die Mitglieder der Verwaltung und des neuen Gemeinderats herzlich ein. Treffpunkt ist um 13 Uhr am Torgebäude. Die Führung durch die Vergangenheit der Gemeinde und zu aktuellen Entwicklungen wird ungefähr 2,5 Stunden dauern.
Die nächste öffentliche Sitzungen des Gemeinderats sind für den 08. Juli 2026 und den 12. August 2026 geplant. Beginn ist jeweils um 19 Uhr. Im September wird keine Gemeinderatssitzung stattfinden.
(KH)
