Neue Pfarrer für Muhr und Gunzenhausen

Muhr am See – Gunzenhausen – Auf diese Nachricht haben die Mitglieder der Kirchengemeinde Muhr am See über ein Jahr warten müssen: seit Juni 2024 ist nach dem Weggang von Pfarrer Karl-Heinz Brendel nach Obermögersheim die Pfarrstelle unbesetzt. Pfarrer Thomas Schwab aus Aha organisiert seitdem das evangelisch-kirchliche Leben des Ortes. Dekan Christian Aschoff verkündete kürzlich die gute Botschaft: ab 1. September brennt wieder Licht im Muhrer Pfarrhaus. Mit Pfarrer Jannis Fischer aus Oberasbach im Landkreis Fürth beginnt damit eine neue Ära in der kirchlichen Gemeinde. Der Pfarrer kommt nicht allein, er bringt mit Ehefrau Stefanie gleich eine Berufskollegin mit. Sie wird die dritte Pfarrstelle in Gunzenhausen zum gleichen Zeitpunkt übernehmen. Benedikt Wolff, bisheriger dritter Pfarrer von Gunzenhausen, wechselt bereits ab 1. Juli auf die zweite Pfarrstelle, wird geschäftsführender Pfarrer der Kirchengemeinde, und zieht in das Pfarrhaus in der Luitpoldstraße um. Dort wohnen noch die Pfarrersleute Claus und Helga Bergmann. Sie wurden kürzlich vom aktiven Dienst verabschiedet und werden die Altmühlstadt verlassen, um in Bayreuth ihren Ruhestand zu verbringen. Dekan Aschoff zeigte sich spürbar erleichtert, „dass keine sonst üblichen Vakanzen auftreten.“ Der Muhrer Bürgermeister Dieter Rampe ist sehr froh, „dass wieder jemand da ist, der sich um Seelsorge, Kita und Hort kümmert.“

Sie freuen sich auf ihre erste berufliche Herausforderung: Jannis und Stefanie Fischer sind Pfarrer und Pfarrerin und werden ab September in Muhr am See wohnen. Während Jannis Fischer der neue evangelische Seelsorger der Ortsgemeinde wird, übernimmt Ehefrau Stefanie die dritte Pfarrstelle in Gunzenhausen.
(Foto: Patricia Nägele)

Wer aber sind Jannis und Stefanie Fischer? Sie sind jung, gerade mal 28 und 27 Jahre alt. Die letzten beiden Jahre absolvierten die Eheleute ihre praktische Ausbildungszeit zum Pfarrer und Pfarrerin im Landkreis Fürth, genauer in Oberasbach und Cadolzburg. Dort lernten die Vikarsleute, wie man predigt, tauft, traut oder beerdigt. Sie besuchten Kurse über pfarramtliche Verwaltung, bereiteten sich in Personalführung und digitale Techniken weiter, um so fit für den Pfarrdienst zu werden. Jetzt wechseln sie ins Altmühlfränkische, um im erlernten Beruf so richtig durchzustarten. Der gebürtige Kronacher Jannis Fischer wuchs in Kulmbach auf, wo er im gleichen Gymnasium das Abitur ablegte, an dem einst auch Thomas Gottschalk die Schulbank drückte. Stefanie Fischer hingegen ist eine waschechte Ostallgäuerin. In Marktoberdorf ist sie groß geworden und hat dort auch die Schule abgeschlossen. Was beide Pfarrersleute eint, ist die Liebe zum ehrenamtlichen Einsatz in der Evangelischen Jugendarbeit. Konfiarbeit, Mitarbeit bei Zeltlager und Ferienfreizeiten, dazu „tolle Religionslehrer am Gymi“, so Stefanie Fischer, „da stand früh fest, was ich einmal werden wollte.“ Ehemann Jannis hingegen hatte sein berufliches Vorbild quasi am Küchentisch und Wohnzimmer vor sich: der eigene Vater ist auch Pfarrer der Bayerischen Landeskirche. Er studierte in Neuendettelsau und Berlin, bevor er in der St. Stephanus-Gemeinde in Oberasbach einen eigenen Sprengel betreute. Stefanie Fischer studierte in Neuendettelsau, im ostafrikanischen Tansania und in Heidelberg. Während des Studiums lernten sich, wen wunderts, die beiden kennen, schätzen und lieben.

„Ich freue mich auf die große Breite der gemeindlichen Gottesdienste“, blickt Jannis Fischer nach vorne. Dazu zählt der agendarische Hauptgottesdienst am Sonntag genauso dazu, wie modern gestaltete Jugendgottesdienste. Auf diesem Satz dürfen sich die Verantwortlichen der Gemeinde besonders freuen: „Die Jugendarbeit liegt mir einfach am Herzen“, sagt der neue Pfarrer. Dazu singt er nach eigenen Wort „sehr gerne“ und könne sogar in Notfällen die Orgel spielen, verriet er im Gespräch mit dem „Altmühl-Boten“. Seine Stefanie bezeichnet sich selbst als bekennende Teamplayerin und ist besonders draußen aktiv. Sie schwimmt leidenschaftlich gern („bald hoffentlich im Altmühlsee“), spielt Volleyball und Tennis. Am Sonntag, 21. September erfolgt für die beiden Fischers die offizielle Beauftragung zum Amt des Pfarrers und der Pfarrerin in der Evangelischen Kirche. In der Stadtkirche von Gunzenhausen werden sie von Regionalbischöfin Gisela Bornowski ordiniert.

Quelle: Altmühl-Bote – Reinhard Krüger

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