Muhr am See – Zum diesjährigen Herbstempfang des CSU-Kreisverbands Weißenburg-Gunzenhausen konnte der CSU-Kreisverband die bayerische Gesundheitsministerin Judith Gerlach im AIZ begrüßen. Der Saal war mit 120 Teilnehmern prall gefüllt.

Nach der Begrüßung durch die CSU-Kreisvorsitzende Dr. Dr. Kristina Becker ergriff die Staatsministerin das Wort. Sie legte den Schwerpunkt ihrer Ansprache auf die laufende Krankenhausreform und den Präventionsplan im Freistaat Bayern:
„Die Basisversorgung im ländlichen Raum muss erhalten bleiben“, forderte Judith Gerlach und fügte hinzu: „Die Kliniken benötigen die richtigen Rahmenbedingungen um auch finanziell und wirtschaftlich funktionieren zu können.“
„Die regionalen Krankenhäuser sichern die Notfallversorgung im ländlichen Raum und sind auch mit sehr emotionalen Gedanken in der Bevölkerung verankert“, merkte Gerlach an. Jeder habe seine eigenen bewegenden Geschichten mit dem eigenen lokalen Krankenhaus. Wer diese Krankenhausstrukturen- wie die alte Ampel-Regierung- hier abschaffen wolle, treffe die Menschen in besonderer Weise. Auch eine Spezialisierung mit einem Ausbau in den Ballungszentren helfe den Menschen auf dem Land nicht weiter, die eben ein Allrounder-Krankenhaus bräuchten, so Gerlach.
„Die aktuell durch den Bund vorgelegte Krankenhausreform kann in den Ländern nicht umgesetzt werden“, kritisierte die Staatsministerin die aktuelle Situation und fordert von der Bundesregierung bei der Krankenhausreform mehr Visionen für die regionalen Räume. Sie hoffe dabei, dass im kommenden Jahr ein umsetzbarer Vorschlag durch die Bundesregierung vorgelegt werde und die Krankenhäuser nun endlich die notwendige Planungssicherheit erhielten.
Gesundheitliche Prävention wird immer wichtiger
„Unsere Gesellschaft wird immer älter, aber auch kränker und die Menschen werden immer länger pflegebedürftig“, stellte Judith Gerlach fest. Wir haben es durch eine vernünftige gesundheitliche Prävention in vielen Fällen selbst in der Hand wie es uns im Alter gesundheitlich geht. Der Präventionsplan der Staatsregierung enthalte über 250 Einzelmaßnahmen zu mehr Gesundheit der Bevölkerung.
„In Deutschland haben wir ein Krankheitssystem und kein Gesundheitssystem“, kritisierte Judith Gerlach die aktuelle Situation im Gesundheitswesen. Bewegung muss für die Menschen ein Privileg werden und die älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger müssen fit und gesund bleiben. Denn jede Krankheit, deren Entstehung man präventiv verhindere, müsse später auch nicht behandelt werden. Für die anderen Krankheiten brauche man dennoch weiterhin eine gute und sichere Versorgung.
Im Anschluss hatten die Besucher noch die Möglichkeit, der Staatsministerin ihre Fragen, Wünsche und Befürchtungen mitzuteilen. Für das Gesundheits- und Pflegesystem fordert Judith Gerlach dabei eine Erweiterung der Personalausstattung um dem anstehenden Bedarf auch abdecken zu können. Judith Gerlach nahm sich für jeden Beitrag aus dem Auditorium viel Zeit und hinterließ einen sehr sympathischen und kompetenten Eindruck bei allen Teilnehmern.
Beim abschließenden Stehempfang konnten die Anwesenden bei sehr vielen guten Gesprächen die Weinangebote des Bürgerspitals aus Würzburg, die der Winzer Karl-Heinz Brand mitgebracht hatte, genießen und der musikalischen Umrahmung des Streichquartetts der fränkischen Kammerphilharmonie unter der musikalischen Leitung von Roman Strößner lauschen.
(KH)








