Strukturen an Straßenrändern als Winterquartier für Insekten?

Weißenburg – An ausgesuchten Straßenrändern sollen im Rahmen des Projektes „Vielfalt.Erleben.Altmühlfranken“ abgeblühte Strukturen über den Winter stehen bleiben. Diese Maßnahme ist Teil der laufenden Untersuchungen, die zum Ziel haben, eine effektive Pflegemethode der Straßenränder unter Berücksichtigung möglichst großer Artenvielfalt zu finden.

Vielfalt.Erleben.Altmühlfranken: Im Rahmen des Projektes sollen abgeblühte Strukturen an ausgesuchten Straßenrändern über den Winter stehen bleiben, wie hier an der WUG 1.
(Bildnachweis: Kerstin Gruber)

Anstatt die Straßenränder dreimal zu mulchen, wird versucht, auf ein- oder zweimalige Mahd umzustellen. Zudem werden ausgesuchte Teilabschnitte der rückwärtigen Straßenrandbereiche ebenfalls unterschiedlich gepflegt. Diese Abschnitte wurden im Sommer mit Markierungsschildern versehen.

Alle fünf betroffenen Kreisstraßen (WUG 1, WUG 5, WUG 11, WUG 16, WUG 18, WUG 28) wurden Anfang September bezüglich Wuchshöhe der Vegetation unmittelbar an den Banketten begutachtet. Wenn die Verkehrssicherheit gefährdet ist, wird der Bankettstreifen im Herbst noch mal abgemäht. Alle anderen Flächen bleiben bis zum Frühjahr stehen. Wie bereits vor einigen Monaten veröffentlicht, werden daher die Bürgerinnen und Bürger gebeten, diesen vermeintlich ungepflegten Zustand zu tolerieren und von Anrufen beim Kreisbauhof abzusehen. Der Bauhof hat die Flächen regelmäßig im Blick und wird auch einschreiten, wenn die Verkehrssicherheit dies erfordert.

Im Rahmen des Projektes ist geplant, im Winter 2021 eine Informationsveranstaltung für die Gemeinden bzw. Bauhöfe im Landkreis durchzuführen. Ziel der Veranstaltung ist es, über das Pilotprojekt und den fachlichen Hintergrund zu informieren. Da viele Gemeinden inzwischen auch aktiv geworden sind und verschiedene Projekte zur Schaffung von mehr Artenvielfalt ins Leben gerufen haben, soll die Veranstaltung auch zum Erfahrungsaustausch anregen. Die Gemeinden erhalten zur Vorbereitung der Informationsveranstaltung demnächst eine Einladung.

Außerdem ist geplant, die an den Pilotstreckern liegenden Grundstückseigentümer, insbesondere die Landwirte, mit ins Boot zu holen. Dabei sollen zahlreiche Fragen beantwortet werden, beispielsweise welchen Einfluss hohe Saumstrukturen auf die Bewirtschaftung haben oder ob Artenvielfalt langfristig überhaupt unmittelbar neben intensiver Landwirtschaft erreicht werden kann und welche Konflikte entstehen dabei bzw. wie können diese gelöst werden? Die Untere Naturschutzbehörde wird sich daher demnächst mit den betroffenen Grundstückseigentümern in Verbindung setzen.

Mehr Informationen zum Projekt gibt es unter www.altmuehlfranken.de/umwelt-und-naturschutz/biodiversitaet/.

Quelle: Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen – Claudia Wagner

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