UNNA – Unternehmer stecken sich ambitionierte Ziele in Altmühlfranken

Weißenburg – Die „Unternehmerinitiative Nachhaltigkeit und CO2-Neutralität für Altmühlfranken“, kurz UNNA, gibt Unternehmen der Region Altmühlfranken eine Plattform zum Austausch und zur Weiterentwicklung einer CO2-neutralen Produktion. Die Unternehmer haben sich das Ziel gesetzt, den Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen dabei zu unterstützen, zukünftig als „Nachhaltigkeits-Landkreis“ und Beispielregion wahrgenommen zu werden. Seit dem Start der Unternehmerinitiative im Jahr 2019 mit vier Unternehmen, haben sich weitere 14 Firmen aus Altmühlfranken der Initiative angeschlossen. UNNA steht damit beispielhaft für eine gut wirkende Zusammenarbeit zwischen regionaler Politik und Wirtschaft hin zu einem CO2-neutralen Landkreis.

Politik und Wirtschaft ziehen an einem Strang

Einer der Initiatoren der Initiative ist Landrat Manuel Westphal. Im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen setzt er sich für mehr Klimaschutz ein. „Das Zusammenwirken zwischen Politik und Wirtschaft ist vorbildlich. Entscheidend ist, dass die Zusammenarbeit mit und unter den beteiligten Unternehmen, es uns hier in Altmühlfranken erlaubt, sachlich und zielorientiert den Landkreis bei der CO2-Reduzierung voranzubringen. Bei der Umsetzung von bundespolitischen Zielsetzungen zur CO2-Reduktion auf konkrete Maßnahmen im Landkreis ist man durch die UNNA-Initiative führend in Bayern“, erklärt Manuel Westphal.

Klimaschutzprogramm 2030 gibt Richtung vor

Das Klimaschutzgesetz der Bundesregierung sieht vor, dass Deutschland bis zum Jahr 2045 klimaneutral ist. Auf diesem Weg muss der Treibhausgas-Ausstoß bis zum Ende des Jahrzehnts auf mindestens 65 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 verringert werden. Die deutsche Industrie und das Gewerbe wollen und müssen ihren Beitrag dazu leisten. Im Jahr 2030 darf die Industrie nur mehr 118 Millionen Tonnen CO2 (2017 noch ca. 181 Millionen Tonnen) verursachen. Anreiz hierzu gibt der Bund in erster Linie durch die CO2-Bepreisung, die von 25 Euro pro Tonne im Jahr 2021 auf bis zu 55 Euro pro Tonne im Jahr 2025 steigen wird. Im Klartext bedeutet dies, dass Unternehmen in den kommenden Jahren zunehmend mehr Geld aufbringen und investieren müssen, um selbst CO2 zu reduzieren und weiterhin wirtschaftlich fertigen zu können.

Erste Schritte: Corporate Carbon Footprint

Die Erfassung und Messung des eigenen CO2-Ausstoßes ist aufwendig und anspruchsvoll. Dennoch führt daran kein Weg vorbei, will man CO2-Reduzierung messbar machen. Mittelständische und kleine Unternehmen können sich ein ausgearbeitetes Klimaschutzkonzept meist nicht leisten. Die mittelfränkische Unternehmerinitiative setzt u.a. hier an. Innerhalb UNNA haben aktuell schon vier Unternehmen die Berechnung der eigenen CO2-Bilanz ihrer Geschäftstätigkeiten (Corporate Carbon Footprint) abgeschlossen und Ziele zur CO2-Reduktion festgelegt.

„Mit der Erfahrung dieser vier ‘Pioniere‘ können wir andere Unternehmen unterstützen, den Einstieg zur Messung des eigenen Corporate Carbon Footprint leichter zu schaffen. Viele der Unternehmen haben bereits erhebliche Maßnahmen umgesetzt und somit einen wesentlichen Beitrag zur CO2-Reduktion bis heute geleistet. In der öffentlichen Debatte wird dieser unternehmerische Mut und Beitrag gerne verkannt und die Unternehmen finden sich damit auf der Anklagebank. Im Räderwerk zwischen Wohlstand, sozialer Sicherheit und Umweltschutz müssen wir unsere Rolle als Problemlöser klarer herausarbeiten, um Glaubwürdigkeit und Anerkennung zu erhalten. Mit der Unternehmerinitiative UNNA können wir hierzu hoffentlich einen wertvollen Beitrag leisten, um unseren Landkreis auch in Zukunft umweltfreundlich und wirtschaftlich stark aufzustellen“, erklärt Andreas Gebhardt, Vorsitzender des UNNA Arbeitskreises und Geschäftsführender Direktor der Alfmeier Präzision SE.

Hintergrund-Information

UNNA – Unternehmerinitiative Nachhaltigkeit und CO2-Neutralität für Altmühlfranken
Die Kunststoff- und Automobilzulieferindustrie ist fester und erfolgreicher Bestandteil der Wirtschaft in Altmühlfranken. Diese Branchen haben sich über Jahrzehnte entwickelt. Um unseren Wirtschaftsstandort gemeinsam zukunftsfähig und nachhaltig aufzustellen und auf vorhandene Herausforderungen zu reagieren, hat sich die Unternehmerinitiative Nachhaltigkeit und CO2-Neutralität für Altmühlfranken, kurz UNNA, gebildet.
Bereits heute ist Altmühlfranken in vielen Bereichen der Nachhaltigkeit führend, beispielsweise bei der Erzeugung erneuerbarer Energien. Trotzdem wird es in Zukunft weitreichende Veränderungen geben, die die Betriebe gemeinsam meistern müssen. Die Gesellschaft setzt neue Forderungen an die Industrie, aber auch die aktuelle Krise wird ihre Spuren hinterlassen.

Mitglieder der ersten Stunde von UNNA sind neben Landrat Manuel Westphal Unternehmer aus der kunststoffverarbeitenden Industrie aus dem ganzen Landkreis. Auf Initiative des Landrats hat sich eine Arbeitsgruppe bereits im Herbst 2019 gebildet. Nach einigen Workshops, die im Laufe des Jahres gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung des Landkreises abgehalten wurden, konnten die Ziele der Initiative nun konkretisiert und das UNNA-Zukunftsbild formuliert werden.

Informationen zur Initiative sind zu finden unter http://unna.altmuehlfranken.de.

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