Informationskampagne: Bioabfall richtig trennen

Weißenburg – Die Landkreisverwaltung will mit einer Informationskampagne die Qualität des Bioabfalls verbessern. Los geht es Anfang September mit dem Anbringen von farbigen Anhängern an den Biotonnen. Darüber hinaus erkennen Detektoren an den Müllfahrzeugen ab sofort Störstoffe in den Tonnen.

(v. l. n. r.): Für eine saubere Umwelt: Mit den neuen Biotonnenanhängern werben Geschäftsführer Manfred Schmidt vom T+E Humuswerk aus Bechhofen, der stellvertretende Einsatzleiter der Firma Ernst aus Aha Ernst Hilpert, Landrat Gerhard Wägemann, sowie Sabine Bartke und Sachgebietsleiter Michael Hufnagel vom Landratsamt für einen sortenreinen Bioabfall. (Bildnachweis: Lena Kagerer/Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen)

11.625 Tonnen Bioabfall wurden über die rund 25.500 Biotonnen im Jahr 2018 in Weißenburg-Gunzenhausen eingesammelt. Damit entfallen circa 123 Kilogramm Biogut jährlich auf einen Landkreiseinwohner. „Das ist eine beachtliche Menge“, wie der Geschäftsführer des Humuswerks T+E aus Bechhofen Manfred Schmidt weiß. Doch der Bioabfall wird nicht verbrannt, wie etwa der Rest- und Sperrmüll, er wird in einem Verrottungsprozess dem natürlichen Kreislauf zurückgeführt. Damit nehmen die kompostierbaren Abfälle im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen einen hohen Nachhaltigkeitsfaktor ein.

Die Entsorgungsfahrzeuge, die das Biogut einsammeln, werden nun mit einem Detektor ausgestattet, der den Bioabfall ergänzend zu den Sichtkontrollen durch die Müllwerker, auf Störstoffe analysiert. „Der Detektor weist auf Fehleinwürfe hin“, erläutert der Leiter der Abfallwirtschaft Michael Hufnagel vom Landratsamt. „Zusätzlich werden die Biotonnen ab September mit einem Informationsanhänger versehen, damit wollen wir die Bürgerinnen und Bürger aufklären, welche Abfälle über die Biotonne entsorgt werden dürfen und welche eben nicht“, so Michael Hufnagel weiter.

Finden sich auch weiterhin Störstoffe in den Biotonnen, werden die Nutzer zukünftig mit gelben und roten Anhängern an der Biotonne auf den Missstand aufmerksam gemacht. Bei einmaliger, geringfügiger Fehlbefüllung mit Störstoffen wird die Tonne zunächst noch geleert und mit der „Gelben Karte“ versehen. Der gelbe Anhänger informiert über die falsche Nutzung der Biotonne.

Bei erheblichem Störstoffanteil wird die Biotonne nicht geleert und mit einer „Roten Karte“ gekennzeichnet. Der betroffene Nutzer hat dann die Möglichkeit, den Inhalt seiner Tonne nachzusortieren oder gegebenenfalls als Restmüll zu entsorgen. Das Landratsamt will mit der Informationskampagne die Qualität des Bioabfalls dauerhaft verbessern und den Eintrag von Mikroplastik in die Umwelt reduzieren. „Es soll ein gemeinsamer Beitrag zu einer sauberen Umwelt sein“, appelliert Landrat Gerhard Wägemann an die Landkreisbevölkerung.

Doch was genau passiert mit unserem Apfelbutzen, den Eierschalen oder verdorbenen Lebensmitteln und warum ist die richtige Trennung so wichtig?

Der Weg des Bioabfalls – vom Apfelbutzen zur Erde

Der Inhalt der Biotonnen landet auf dem Kompostwerk der Firma T+E in Bechhofen und wird dort innerhalb von etwa zehn bis zwölf Wochen zu Kompost weiterverarbeitet. Es handelt sich dabei um einen natürlichen Recyclingprozess, ohne zusätzlichen Einsatz von Wasser, Energie oder anderen Stoffen. In Erdenwerken wird der Kompost dann zu Blumenerde verarbeitet und im Biolandbau als natürlicher Dünger und Bodenverbesserer eingesetzt. Die Nährstoffe, die in organischen Abfällen wie zum Beispiel Obst- und Gemüseresten stecken, gelangen so wieder in die Umwelt.

In Bechhofen entstehen aus einer Tonne nassem Bioabfall rund 450 Kilogramm nach Erde duftender Kompost. Der Kompost von T+E ist sehr hochwertig und mit dem RAL-Gütezeichen zertifiziert. Dabei unterliegt der Humus der ständigen Überwachung durch die Bundesgütegemeinschaft Kompost.

Nur sortenreiner Bioabfall wird zu Qualitätskompost

Ein guter Qualitätskompost kann aber nur aus sortenrein gesammelten Bioabfällen entstehen. Plastiktüten, Glas, Metall oder Restmüll können biologisch nicht abgebaut werden. Verunreinigter Bioabfall kann zu keinem brauchbaren Kompost verwertet werden. Fremdstoffe müssen mit hohem technischen und wirtschaftlichen Aufwand aussortiert werden. Mikroplastik zum Beispiel kann niemals vollständig aussortiert werden, und gelangt über den Kompost wieder in die Umwelt. Die Qualität, Verwertungsmöglichkeiten und unsere Natur und Umwelt leiden darunter stark.

Die bisherigen stichprobenartigen Kontrollen sind überwiegend positiv verlaufen und die Biotonnen waren in der Regel gut sortiert. Doch finden sich noch zu viele Störstoffe in den Tonnen. Aus diesem Grund macht die Abfallwirtschaft des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen auf die Gefahr des verunreinigten Biomülls vor allem durch Plastik aufmerksam.

Kein Plastik in die Biotonne

Auch wenn es vielleicht verlockend ist, zum Sammeln der Küchenabfälle Plastiktüten zu verwenden, ist jedem klar: aus Plastik wird nie verwertbarer Humus. Auch die Bio-Sammeltüten verunreinigen den Bioabfall, da sie nicht eindeutig von Plastiktüten unterschieden werden können. Außerdem verrotten sie nicht innerhalb der nur zehn bis zwölf Wochen andauernden Kompostierungsphase. Nach wie vor erweisen sich alte Zeitungen oder Bäckertüten ideal zum Einwickeln feuchter Küchenabfälle und damit zum Entsorgen in der Biotonne.

Zur Biotonne

Wo in anderen Kommunen noch darum gekämpft wird, endlich eine Biotonne einzuführen, kann der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen hier bereits auf eine 25-jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken. Bereits im Jahr 1995 wurde die braune Tonne als weiteres Entsorgungs- und Verwertungssystem eingeführt. Inzwischen ist es für über zweidrittel aller Haushalte im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen selbstverständlich, Küchen- und Gartenabfälle über die Biotonne zu entsorgen. Damit hat sich die braune Tonne zu einem festen Bestandteil der Kreislaufwirtschaft des Landkreises entwickelt.

Quelle und Bilder: Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen – Lena Kagerer

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