Weißenburg

Stoßfänger kommen aus Weißenburg

Weißenburg – Einen der größten Arbeitgeber des Landkreises besuchte Landrat Gerhard Wägemann, als er von der Führungsriege der Faurecia Exteriors GmbH

von links: Matthias Ihle (Human Resources Director), Hergen Görse (Director Design & Development and Tooling), Javier González (Vice President), Andreas Bils (Operations Director), Landrat Gerhard Wägemann, Felix Oeder (Wirtschaftsförderung), Sabine Unterlandstaettner (Wirtschaftsförderung), Reinhold Stengel (Plant Manager)
von links: Matthias Ihle (Human Resources Director), Hergen Görse (Director Design & Development and Tooling), Javier González (Vice President), Andreas Bils (Operations Director), Landrat Gerhard Wägemann, Felix Oeder (Wirtschaftsförderung), Sabine Unterlandstaettner (Wirtschaftsförderung), Reinhold Stengel (Plant Manager)

in Weißenburg empfangen wurde. Neben einem Gespräch über die aktuelle Situation wurden auch die Produktion sowie die Entwicklungsabteilung besichtigt.

Es sind beeindruckende Zahlen, die der Vice President des nordeuropäischen Ablegers des Faurecia Konzerns, Javier González, während des Gesprächs mit dem Landrat offenlegt. So werden in den beiden Werken in Weißenburg und Pappenheim rund 1200 Menschen beschäftigt, die zusammen einen Jahresumsatz von ca. 300 Mio. Euro erwirtschaften. Dabei ist die Qualität hervorragend, „Darauf sind wir wirklich stolz!“, wie der Weißenburger Werkleiter Reinhold Stengel betont.

Die Kundenlandschaft des Automobilzulieferers ist sehr bekannt und gleichzeitig vielfältig. So liefert Faurecia vor allem Stoßfänger an namhafte Hersteller wie Daimler, Audi, VW, BMW oder Porsche, außerdem gehören weitere Global Player wie Ford oder General Motors zum Kundenstamm. „Über 9.000 Fahrzeuge werden täglich mit Kunststoffprodukten aus Weißenburg ausgestattet, was ein Aufkommen von 40 LKW pro Tag ausmacht.“, machte González deutlich. In diesem Zusammenhang sei man besonders dankbar, dass es trotz des erhöhten Verkehrsaufkommens fast noch nie Probleme mit den Bewohnern in der Nachbarschaft des Fabrikgeländes oder den örtlichen Behörden gegeben habe.

Neben der Produktion von Spritzgussteilen für die Automobilindustrie ist ein zweites Standbein der Werkzeug- und Sondermaschinenbau. Zwar kommt der Großteil der Spritzgusswerkzeuge mittlerweile aus Asien, jedoch werden in
Weißenburg immer noch jährlich rund 25 solcher Formen hergestellt. Außerdem bietet Faurecia gewissermaßen die „Veredelung“ der ausländischen Werkzeuge an. „Die verschiedenen Anschlüsse und Adapter sind oft länderspezifisch, weshalb sie bei uns für die deutschen Werke angepasst werden.“, erklärte Stengel. Weiterhin engagiert sich die Firma auch im Sondermaschinenbau, wo effiziente Anlagen gebaut werden. Dabei kommen verstärkt modernste Roboter zum Einsatz.

Im Anschluss an den ausführlichen Austausch zwischen Landrat, Wirtschaftsförderung und Chefetage folgte der Gang durch die Produktion. Wägemann zeigte sich beeindruckt von den Betriebsabläufen und verwies auf die hinter dem Standort stehende Geschichte: „Dass dieses Werk seit über 70 Jahren in Weißenburg besteht, zeigt die hervorragende Arbeit, die hier von den Mitarbeitern geleistet wird!“. Um diesen Standard zu halten und qualifizierte Fachkräfte an das Unternehmen zu binden, setzt das Unternehmen stark auf die eigene Ausbildung. In vier verschiedenen Berufen werden junge Menschen auf das Berufsleben vorbereitet und lernen die verschiedenen Prozesse innerhalb eines weltweit agierenden Unternehmens kennen, berichtete Matthias Ihle, der als Direktor für das Personalwesen zuständig ist. Dass gut ausgebildete Fachkräfte enorm wichtig sind, zeigt sich spätestens bei der Besichtigung der Forschungs- und Entwicklungsabteilung. Hergen Görse, Leiter dieses Unternehmensbereichs, führte durch die Räumlichkeiten, in denen mittels CAD, verschiedener Simulationen und dem Einsatz von 3D-Druckern neue Produktlinien entwickelt werden. Etwa 30 Ingenieure sind hier für die Entwicklung der Bauteile zuständig, welche bei einem durchschnittlichen Produktlebenszyklus von nur noch 3,5 Jahren unerlässlich ist.

Ein aktuelles Thema ist natürlich der Verkauf der Exteriors Sparte, welche die Faurecia Gruppe an Marktführer Plastic Omnium abgeben will. „Wir sehen der Zukunft positiv entgegen und gehen von keinen größeren Änderungen für die Belegschaft aus.“, bezog Javier González diesbezüglich Stellung. Der Verkauf ist derzeit in der finalen Abstimmungsphase. Diese positive Äußerung nahm auch Landrat Wägemann gerne auf und wünschte der Führungsmannschaft und den Mitarbeitern des Weißenburger Werkes zum Abschied für die Zukunft alles Gute.

Quelle und Bild: Zukunftsinitiative altmühlfranken – Felix Oeder

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