Gunzenhausen von oben

Gunzenhausen – Im Jahr 1909 überflog zum ersten Mal ein Zeppelin die Altmühlstadt Gunzenhausen. Damals war das Flugobjekt selbst die Attraktion und es stand zwar ein Fotograf bereit, um Luftschiff samt Stadtkulisse abzulichten, doch auf die Idee, vom Zeppelin den Blick über die Dächer der Stadt fotografisch festzuhalten, kam erst im Jahr 1924 ein Luftschiff-Pilot. Das ist das Geburtsjahr der Luftbild-Fotografie für Gunzenhausen.

Als die Altmühl noch ganz nah an den Marktplatz-Gebäuden vorbeifloss gab es in Gunzenhausen zwei Brauereien. In der Bildmitte die Brauerei Müller. Luftbild aus dem Jahr 1968
(Bildnachweis Stadtarchiv Gunzenhausen)

Durch Überlassungen aus privater Hand und Ankäufen aus Luftbild-Archiven kann der Gunzenhäuser Stadtarchivar Werner Mühlhäußer eine eindrucksvolle Sammlung an Luftbild-Aufnahmen vorweisen. Eine Auswahl aus dem historischen Teil der Aufnahmen von 1924 bis in die 1970er Jahre wird nun vom 17. November 2021 bis zum 21. Januar 2022 in den Räumen der Stadt- und Schulbücherei Gunzenhausen gezeigt.

Beim Blick auf die Dächerlandschaften der einzelnen Viertel oder der Ortsteile bleiben nostalgische Gefühle nicht aus: Viele Gebäude sind aus dem Stadtbild längst verschwunden, andere waren damals eine Baustelle. Heute dicht bebaute Wohn- oder Industriegebiete sind auf den Aufnahmen noch Wald und Wiese. Manche Straßenzüge und Quartiere sind kaum wiederzuerkennen, sodass „Gunzenhausen von oben“ auch als Suchspiel betrachtet werden kann. Deshalb gibt es vom Stadtarchivar zu jeder der rund 100 Fotografien und Postkarten eine Erläuterung.

Quelle: Stadt Gunzenhausen – Melanie Proske

alle Bilder: © Stadtarchiv Gunzenhausen

Artikelbild: Eine Luftaufnahme aus dem Jahr 1968: Blick auf den unteren Marktplatz und den Hafnermarkt. In der oberen Bildmittel ist noch das Gebäude der jüdischen Synagoge zu sehen.

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