25 Buchvorstellungen beim Literaturcafé zur Frankfurter Buchmesse

Gunzenhausen – US-Präsident Donald Trump macht ungewollt Karriere als Roman-Bösewicht: Der Thriller-Autor Sam Bourne hat ihn eindeutig als Vorbild für seine Hauptfigur in „Der Präsident“, einen unberechenbaren Demagogen, verwendet. In der Herbst-Auswahl des Literaturcafés in der Stadt- und Schulbücherei durfte dieser Thriller, vorgestellt von Wolfgang Höller, natürlich nicht fehlen. 14 freiwillige Testleserinnen und Testleser hatten für die abwechslungsreiche Runde ihre Favoriten unter den Neuerscheinungen der Frankfurter Buchmesse ausgewählt und schilderten bei den gelungenen Abend ihre ganz persönlichen Leseerlebnisse.

Wolfgang Höller stellte im Literaturcafé das Buch „Der Präsident“ vor

Erschreckend realistisch sei bei ihm die Handlung von „Der Präsident“ angekommen, bekannte Wolfgang Höller. In der Regierungsclique dieses Romans wollen sich allerhand fragwürdige Figuren eher selbst bereichern, denn ihren Beitrag zu „America first“ leisten. Ein Attentat als einziger Ausweg? Christine Höller stellte passend zur US-Lage den Sammelband „Die große Regression“ mit internationalen Diskussionsbeiträgen vor, in denen politische Pöbeleien und der Aufstieg nationalistischer und populistischer Politiker hinterfragt werden.

Einen historischen Frauenroman mit viel Hamburger Lokal- und Zeitkolorit empfahl Gisela Szonn: Carmen Korn hat mit „Tochter einer neuen Zeit“ einen gelungenen Auftakt zu einer Romantrilogie geschrieben, deren zweiter Teil ebenfalls schon erschienen ist. Der Hunger nach Liebe und Leben eint die vier jungen Frauen, die im Jahr 1919 voller Hoffnung ihr Erwachsenenleben beginnen. Der erste Band begleitet die Heldinnen des damaligen Frauenalltags bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, in den Folgebänden geht es auch um die Töchter- und Enkelgeneration.

Von der britischen Autorin Elly Griffith ist der sechste Band einer Krimireihe um die Archäologin Ruth Galloway erschienen. Johann Teiml hat diese Serie für sich entdeckt und lobte den ruhigen Erzählstil. Trotzdem gibt es allerhand Spannungsmomente in den drei Handlungssträngen, wobei einer davon die Archäologin zu einem längst vergangenen Mordfall in die viktorianische Zeit führt. Im Vergleich zu den vorangegangenen Fällen „etwas viel Verstrickung“ – so das Urteil von Johann Teiml.

„Das Leben ist nicht planbar!“ – So die Botschaft von Ariel Levys biografischen Berichts „Gegen alle Regeln“ über ihre Schwangerschaft und Fehlgeburt, über die belastende Beziehung zu ihrer alkoholkranken Ehefrau. Beeindruckt zeigte sich Jürgen Winter von der amerikanischen Autorin, die sich nach ihrer Fehlgeburt und dem Zusammenbrechen ihrer Beziehung aus einem tiefen Tal zu retten versucht. Auch seine zweite Buch-Besprechung „Bitch-Doktrin – Gender, Macht und Sehnsucht“ war ein Beitrag zur Gender-Diskussion. Viel beachtet wurde das Buch insbesondere wegen der Kapitel, die sich mit dem Macho Donald Trump befassen, doch geht es in den Essays eigentlich um den zeitgenössischen Feminismus und den aktuellen Diskussionsstand.

Viel Unterhaltsames stand noch auf der Leseliste und es gab in der munteren Vorstellungsrunde viel zu lachen. Man begegnete bekannten Autoren wie dem Buchpreisträger Robert Menasse oder Daniel Kehlmann, konnte erfahren, warum Lize Spit‘s Thriller „Und es schmilzt“ nichts für zarte Nerven ist und wurde neugierig auf eine weitere Austen-Adaption aus der Feder von Curtis Sittenfeld gemacht.

Insgesamt gab es 25 Buchtipps, einige darunter ganz knapp formuliert, andere animierten sofort zum Weiterlesen. Die Moderatorin des Literaturcafés Carolin Bayer dankte allen Mitwirkenden: Ulrike Fischer, Bernd Guthmann, Christine und Wolfgang Höller, Kristy Husz, Marianne Natalis, Melena Renner, Hartmut Röhl, Gisela Szonn, Johann Teiml, Jürgen Winter, Kerstin Zels, Babett Guthmann und Ulrike Zatschker. Das Verzeichnis zum Literaturcafé mit allen empfohlenen Büchern gibt es in der Stadt- und Schulbücherei.

Quelle und Bilder: Stadt Gunzenhausen – Pressestelle

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