Stadtrat Peter Reitmaier beantragt „Verbot für das Abbrennen von Silvesterfeuerwerk unter Corona“

Gunzenhausen – Bei den alljährlichen Silvesterfeiern darf bei den meisten Menschen eines nicht fehlen: ein schönes, buntes, lautes und meist auch teures Feuerwerk. Jedes Jahr werden Hunderte von Menschen durch den unsachgemäßen Gebrauch von Feuerwerkskörpern verletzt, sogar Todesfälle sind zu verzeichnen. Pyrotechnische Gegenstände sind nicht nur eine Gefahr für den Verbraucher, sondern insbesondere auch für die Umwelt. Im Hauptproduktionsland China entstehen durch die Herstellung
zahlreiche Schäden, wie kontaminierte Ackerflächen, verseuchter Reis und Gemüse in der Nahrungskette und krebskranke Menschen. Blei und Bleioxide, Kupfer und Antimon spielen auch
heute noch eine wichtige Rolle in den Feuerwerksrezepturen, die ebenfalls als gesundheitsschädlich
gelten und die Umwelt schädigen. Im zweitgrößten Herstellerland Indien schuften rund 70.000 Kinder
an der Herstellung von Feuerwerk. Zehn- bis Zwölfjährige müssen hier teilweise mehr als 13 Stunden
am Tag unter großen Gefahren arbeiten.

Peter Reitmaier, Stadtrat der Gemeinschaftsliste von Piraten und der Linken

Die Umwelt wird aber auch bei uns stark belastet. Das Feuerwerk erschreckt nicht nur Haus- und
Nutztier, sondern auch die wildlebenden Arten. Ornithologen berichten regelmäßig von fluchtartig
verlassenen Ruheplätzen und erkennbar verstörten Vogelschwärmen. Das ist im Winter besonders
schlimm: Zu dieser Jahreszeit müssten sich die Vögel eigentlich ausruhen. Zudem kommt noch das
Problem des wissentlichen Vermüllen der Landschaften und Straßen. Probleme macht nicht nur das,
was auf dem Boden liegen bleibt, sondern auch das, was in die Luft kommt: Kohlendioxid,
Schwefeldioxid sowie Ruß, der als Feinstaub in der Luft teils Tage nachzuweisen ist.

Zu den ganzen Gefahren kommt dieses Jahr auch noch die Corona-Pandemie und die immer knapper
werdenden Intensivbetten. Daher ist es schon alleine deswegen angeraten, ein Verbot für das
Abbrennen von privatem Silvesterfeuerwerk für die Stadt Gunzenhausen und die anstehenden
Silvesterfeiern 2020/2021 zu fordern. In den Zeiten der Pandemie sind die Krankenhäuser immer
stärker mit Corona-Patienten beschäftigt. Daher ist es unbedingt nötig, dafür zu sorgen, dass keine
weiteren Patienten in die Krankenhäuser kommen und diese zusätzlich belasten. Wir können die
Pandemie hier aber auch als Chance sehen und etwas Neues ausprobieren. Ganz nebenbei schützen
wir nicht nur die Menschen in Übersee und unsere Umwelt, auch unser Geldbeutel wird geschont. Mit
dem gespartem Geld lässt sich auch garantiert etwas Sinnvolleres und Nachhaltigeres anfangen.

Das allgemeine Polizei- und Ordnungsrecht eröffnet die Möglichkeit zum Erlass von
Allgemeinverfügungen, mit denen das Zünden von Feuerwerkskörpern verboten werden kann.
Voraussetzung hierfür ist eine im Einzelfall bestehende Gefahr für die öffentliche Sicherheit. In vielen
Städten wird das Abbrennen von Silvesterfeuerwerk bereits auf diese Art und Weise beschränkt.
Aufgrund der hohen Verletzungsgefahr und der gleichzeitig aktuellen angespannten Situation in den
Krankenhäusern, muss die Ordnungsbehörde zu dem Schluss kommen, dass jetzt ein Einschreiten
erforderlich wird, um Schäden an der Gesundheit der Bürger abzuwenden. Nur durch ein generelles
Verbot des privaten Einsatzes von Pyrotechnik in der Silvesternacht 2020/2021 ist es möglich, dass
unnötige Gefahren für Leib und Leben unter Corona begrenzt werden. Eine entsprechende
Maßnahme ist dann ordnungsrechtlich gerechtfertigt und auch zwingend erforderlich.

Quelle und Bild: Peter Reitmaier – Stadtrat – Piratenpartei

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